Europapolitische Leitbilder in der erweiterten Europäischen Union

Fragmentierung, Kontinuität oder Neuformierung"

 

Europapolitische Leitbilder als zentrale Untersuchungskategorie

Leitbilder haben sich aus unterschiedlicher disziplinärer Perspektive als erkenntnisleitende Kategorien bewährt. So haben sich historische Veröffentlichungen zur Integrationsgeschichte immer wieder nicht nur mit der Ereignisabfolge des Einigungsprozesses befasst, sondern insbesondere den darin abzulesenden "gedanklichen Gehalt der Verfassungsplanung" der historischen Akteure fokussiert. Konzeptionen zur Gestaltung Europas waren und sind dabei seit den "Gründungsvätern" der Gemeinschaften aufgegriffen und analysiert worden.

Keinesfalls wird damit unterstellt, dass sich der Aufbau der Europäischen Union ausschließlich oder gar schwergewichtig auf "konzeptionelle Blaupausen" oder gar "Visionen" der "Idee Europa" zurückzuführen wäre, doch ist in der Rekonstruktion des Einigungsprozesses nicht an den von den beteiligten Handlungs- und Entscheidungsträgern selbst propagierten programmatischen Ortsbestimmungen vorbeizukommen. Die Vorstellungen etwa der "Föderalisten" und der "Unionisten" der Nachkriegszeit spiegeln bei allen Differenzierungen, Fortentwicklungen und Ratifikationen europapolitische Grundpositionen bis in die Gegenwart hinein wider - so deutlich in der Debatte um den Verfassungsvertrag.

Die sozialwissenschaftliche Beschäftigung mit Leitbildern hat in den letzten Jahren erhebliche Auffächerungen, Neuorientierungen und Umformulierungen erlebt, die durch eine Vielzahl von theoretischen, methodischen und politischen Impulsen inspiriert wurden.

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| Letzte Aktualisierung: 26.01.2012