Erweiterung und Nachbarschaft
Die Erweiterung der Europäischen Union gehört zu den strategischen Fixpunkten unserer Dekade. Seit 2007 umfasst die EU 27 Mitgliedstaaten. Weitere Kandidaten wie die Kroatien, die Türkei, Mazedonien und Island bereiten den EU-Beitritt vor. Die EU versucht darüber hinaus im Rahmen der Europäischen Nachbarschaftspolitik alternative Konzepte für die Gestaltung der Beziehungen zu den Staaten Osteuropas, des südlichen Kaukasus und des Mittelmeerraumes zu entwickeln.
Das Institut für Europäische Politik hat seit 1989 die Neuordnung der Beziehungen zwischen der Gemeinschaft und den Ländern Mittel- und Osteuropas (MOEL) im Rahmen mehrerer Forschungsprojekte und unter Einbeziehung von Kolleginnen und Kollegen aus Beitrittsländern analysiert und wirksam begleitet. Es setzt diese Arbeiten unter den neuen Vorzeichen der EU-27 fort. Folgende Dimensionen von Erweiterung und Vertiefung werden konzeptionell und empirisch aufgearbeitet:
- Die aktuellen Beitrittsverhandlungen: Interessen, Strategien, Probleme, Lösungsansätze.
- Die Entwicklung der nationalen Debatten und Interessenlagen in der EU und in Kandidatenländern zur Erweiterung und Konsolidierung der EU.
- Die Formierung europapolitischer Leitbilder und Strategien der neuen Mitgliedsstaaten und der Beitrittskandidaten.
- Implikationen der Erweiterung für das politische System der EU, den Haushalt und die Gemeinschaftspolitiken sowie die gesamteuropäische Ordnung.
- Europäische Nachbarschaftspolitik: Stabilisierung - Kooperation - Integration.
- Die regionale Ausdifferenzierung zwischen der Union für den Mittelmeerraum und der Östlichen Partnerschaft
- Die Entwicklung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der EU und den Ländern Ost- und Südosteuropas (Kooperation, Assoziierung etc.).
- Die Interaktionen von Transformation und EU-Integration in den Bereichen Politik, Verwaltung, Wirtschaft (Beitrittsvorbereitungen und die Heranführungsstrategie der EU)
aktuelle Projekte:
Schwerpunktprogramm "Dialog Europa der Otto Wolff-Stiftung"
Projektteam: Prof. Dr. Mathias Jopp, Dr. Katrin Böttger (beide IEP), Prof. Dr. Wolfgang Wessels (Universität zu Köln/IEP)
Das Schwerpunktprogramm "Dialog Europa der Otto Wolff-Stiftung" bündelt Aktivitäten des Instituts für Europäische Politik (IEP) in den Bereichen Erweiterung und Vertiefung der Europäischen Union. Der Akzent liegt sowohl auf der Forschung und wissenschaftlichen Begleitung der konkreten Beitrittsprozesse und der Gestaltung der Beziehungen zu den östlichen Nachbarstaaten als auch auf den Grundfragen der Entwicklung der europäischen Integration. Dazu gehören institutionelle und konstitutionelle Fragen der EU, gesamteuropäische wirtschaftliche und politische Entwicklungen und Problemlagen sowie die Herausbildung der EU als globaler und regionaler Partner und internationaler Akteur. Dank der Förderung der Otto Wolff-Stiftung können so unterschiedliche Aktivitäten des IEP zusammengeführt und inhaltliche Querverbindungen und Synergien in verschiedenen Formen nutzbar gemacht werden.
Diese Aktivitäten betreffen drei wesentliche Felder der Institutsarbeit:
- die Forschungsagenda des IEP im Rahmen des Projekts "Die Beziehungen der Europäischen Union zu den östlichen Nachbarn - zwischen Nachbarschafts- und Erweiterungspolitik" welches an das Vorgängerprojekt "Erweiterung, Europäische Nachbarschaftspolitik und Konsolidierung der Europäischen Union" anschließt. Schwerpunkte sind: Auswirkungen der Erweiterung auf die Institutionen, den Haushalt und die Politiken der EU, Interessen und Wahrnehmungen der neuen Mitgliedstaaten, die möglichen Grenzen der Erweiterungspolitik und die Ausgestaltung der Beziehungen des erweiterten Europas zum "größeren Europa" im Rahmen der Europäischen Nachbarschaftspolitik;
- eine Vielzahl öffentlichkeitswirksamer Veranstaltungen (insbesondere die "Mittagsgespräche") sowie
- Publikationen (hier insbesondere EU-27 Watch und Einzelstudien).
Die Beziehungen der Europäischen Union zu den östlichen Nachbarn - zwischen Nachbarschafts- und Erweiterungspolitik
Forschungsprojekt
Die Beziehungen der Europäischen Union zu den östlichen Nachbarn - zwischen Nachbarschafts- und Erweiterungspolitik
Im Mittelpunkt des von der Otto Wolff-Stiftung geförderten Forschungsprojekts steht die Frage nach Möglichkeiten und Grenzen der EU auf die Gestaltung der Nachbarschaftsregion im Osten und danach, wie auf die einzelnen Nachbarländer durch Erweiterungs- bzw. Nachbarschaftspolitik Einfluss genommen werden kann.
Der richtige Weg zur Unterstützung der östlichen Nachbarn bei der Bewältigung ihrer Transformationsprobleme ist unter den EU-Staaten hoch umstritten. Die diesbezüglichen Debatten und jeweiligen nationalen Positionen in den 27 Mitgliedstaaten der EU stellen einen zentralen Untersuchungspunkt des Projekts dar. Dabei ist die zukünftige wechselseitige Beeinflussung von Erweiterungs- und Nachbarschaftspolitik ein wesentlicher Aspekt der Untersuchungen.
Das Forschungsprojekt ist Teil des Schwerpunktprogramms "Dialog Europa der Otto Wolff-Stiftung" und schließt an das vorangangene Forschungsprojekt "Erweiterung, Europäische Nachbarschaftspolitik und Konsolidierung der Europäischen Union" an. Es wird durch Veranstaltungen, beispielsweise im Rahmen der Studiengruppe "Erweiterung/ Nachbarschaftspolitik" und der Mittagsgespräche des IEP sowie durch Publikationen aufgearbeitet.
In diesem Rahmen ist die Zusammenarbeit mit dem TEPSA-Netzwerk (Trans European Policy Studies Association), in dem Europa-Institute aus den 27 EU-Mitgliedstaaten zusammengeschlossen sind, sowie die Mitgliedschaft im Exzellenznetzwerk EU-Consent von großer Bedeutung. In der gemeinsamen Internetpublikation "EU-27 Watch", die vom IEP herausgegeben wird, erfolgt eine regelmäßige Bestandsaufnahme der nationalen Europadebatten, die sich sowohl mit Fragen der Vertiefung und Politikreformen als auch mit der Fortsetzung der Erweiterungspolitik und der Europäischen Nachbarschaftspolitik befasst. Mit diesem Projekt wird die erfolgreiche Internetpublikation von IEP und TEPSA "Enlargement/Agenda 2000-Watch" fortgesetzt.
Publikationen
Projektaktivitäten
Projektteam:
Prof. Dr. Mathias Jopp
Dr. Katrin Böttger
Christoph Kornes












