integration 1/09
Heft 1/09, Januar 2009, S. 75-80
Hans-Georg Ehrhart
EUFOR Tchad/RCA: Zwischenbilanz und Empfehlungen für eine effektivere Konfliktlösung
Seit 2003 finden im Krisendreieck Darfur-Tschad-Zentralafrikanische Republik ein Stellvertreterkrieg und eine humanitäre Tragödie statt, deren Hauptprotagonisten die Regierungen des Sudan und des Tschad sind. In der Region schien sich im Laufe des Jahres 2007 ein ‚Fenster der Möglichkeiten‘ zu öffnen: Im Juli 2007 wurde die gemeinsame Operation (‚Hybridmission‘) von UN und Afrikanischer Union (AU) für Darfur (UNAMID) beschlossen und zwei Monate später die multi-dimensionale UN-Mission im Tschad und in der Zentralafrikanischen Republik (MINURCAT). Im Tschad begann im Februar 2007 ein interner politischer Dialog, der zu Wahlen im Jahr 2009 führen sollte. Ende Oktober 2007 fand in Libyen eine von der UN und der AU organisierte Friedenskonferenz über Darfur statt, die in einen graduellen Friedensprozess münden sollte. Beide Prozesse sind jedoch extrem gefährdet.
Am 24. September 2008 verlängerte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einstimmig das Mandat der MINURCAT um ein halbes Jahr. Sie war ein Jahr zuvor beschlossen worden mit dem Ziel, ein sicheres Umfeld zu schaffen und die freiwillige Rückkehr der 290.000 Flüchtlinge aus Darfur und der Zentralafrikanischen Republik (RCA) sowie der 180.000 Vertriebenen innerhalb des Tschad zu ermöglichen.
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ISSN 0720-5120
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