Forschungsfelder

Das Institut für Europäische Politik verbindet in seiner Arbeit die Analyse aktueller Probleme mit der Ausleuchtung langfristiger Entwicklungstrends der Europapolitik. Die Forschungsaktivitäten des IEP sind in fünf Schwerpunktbereichen zusammengefasst (siehe rechts), die nachfolgend mit aktuellen Forschungsprojekten und Publikationen beschrieben werden. 

 

EU-Zukunftsdebatte:

Grundfragen und institutionelle Entwicklungen der EU

Ein besonderes Augenmerk der Institutsarbeit gilt dem Auf- und Ausbau des Regelwerks für europäisches Regieren. Von der Einheitlichen Europäischen Akte, über die Reformen des Vertrages von Maastricht, Amsterdam und Nizza bis hin zum Vertrag von Lissabon sind Demokratisierung bzw. Legitimität und Effizienz der Institutionen, aber auch die Flexibilität im Integrationsprozess Gegenstand regelmäßiger Arbeiten.

 

Die Debatte zur Zukunft Europas wird durch das IEP begleitet, kommentiert und durch Vorschläge und Veranstaltungen mitgestaltet. Vor dem Hintergrund der Ratifizierungskrise werden Reformvorschläge, Konzepte, Programme, Visionen und Strategien der Europapolitik und der zukünftigen Architektur der EU erörtert und auf Leitbilder europäischer Integration für die nächsten Jahrzehnte bezogen.

Aktuelle Forschungsprojekte des IEP und der VW-STIFTUNG:

Aktuelle Forschungsprojekte des IEP und der ASKO EUROPA-STIFTUNG:

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Deutschland und Europa

Seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland bildet das Streben nach europäischer Integration ein konstitutives Element deutscher Staatsräson. Die teilweise Verlagerung von staatlicher Souveränität auf die europäische Ebene trug maßgeblich zur dauerhaften Sicherung von Frieden und Wohlstand sowie zu internationaler Gleichberechtigung, Akzeptanz und Souveränität Deutschlands bei. Überdies ermöglichte die Einbindung in den europäischen Kontext den Abbau von Vorbehalten der internationalen Partner gegenüber einem wiedererstarkenden und seit 1990 wiedervereinigten Deutschland. Aufgrund der unmittelbaren Nachbarschaft zu den mittel- und osteuropäischen Ländern (MOEL), der Exportabhängigkeit der deutschen Industrie, der nicht zuletzt aufgrund der Lehren der deutschen Geschichte tief verwurzelten Tradition der Einbindung in die europäischen Strukturen sowie der historisch-moralischen Verpflichtung gegenüber den MOEL bleibt das Streben nach einer erweiterten und vertieften EU auch heute ein Interesse deutscher Außenpolitik per se. Umgekehrt ist Deutschland aufgrund Bevölkerungszahl, seines wirtschaftlichen Potentials und seiner europäischen Mittellage von zentraler Bedeutung für die Fortentwicklung des europäischen Integrationsprozesses.

Die deutsche Europapolitik und Deutschlands Rolle in Europa stellen traditionell einen Forschungsschwerpunkt des Instituts für Europäische Politik dar. Im Zentrum entsprechender Forschungsprojekte, Veranstaltungen und Publikationen stehen:

  • die historischen Grundlagen deutscher Europapolitik;
  • europapolitische Grundverständnisse in Deutschland und anderen EU-Mitgliedstaaten;
  • die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen deutscher Europapolitik;
  • deutscher Föderalismus und europäische Integration;
  • die externen Rahmenbedingungen deutscher Europapolitik;
  • Interessen, Strategien und Perspektiven deutscher Europapolitik in einzelnen Politikbereichen;
  • die deutschen Präsidentschaften des Rates der Europäischen Union;
  • langfristige Trends und die Frage von Kontinuität und Wandel der deutschen Europapolitik nach 1990;
  • die deutsche Europapolitik aus der Sicht von Partnerstaaten.


Forschungsprojekte:

 

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Nachbarschaft und Erweiterung

Die Erweiterung der Europäischen Union gehört zu den strategischen Fixpunkten unserer Dekade. Seit 2007 umfasst die EU 27 Mitgliedstaaten. Weitere Kandidaten wie die Kroatien, die Türkei, Mazedonien und Island bereiten den EU-Beitritt vor. Die EU versucht darüber hinaus im Rahmen der Europäischen Nachbarschaftspolitik alternative Konzepte für die Gestaltung der Beziehungen zu den Staaten Osteuropas, des südlichen Kaukasus und des Mittelmeerraumes zu entwickeln.
Das Institut für Europäische Politik hat seit 1989 die Neuordnung der Beziehungen zwischen der Gemeinschaft und den Ländern Mittel- und Osteuropas (MOEL) im Rahmen mehrerer Forschungsprojekte und unter Einbeziehung von Kolleginnen und Kollegen aus Beitrittsländern analysiert und wirksam begleitet. Es setzt diese Arbeiten unter den neuen Vorzeichen der EU-27 fort. Folgende Dimensionen von Erweiterung und Vertiefung werden konzeptionell und empirisch aufgearbeitet:

  • Die aktuellen Beitrittsverhandlungen: Interessen, Strategien, Probleme, Lösungsansätze.
  • Die Entwicklung der nationalen Debatten und Interessenlagen in der EU und in Kandidatenländern zur Erweiterung und Konsolidierung der EU.
  • Die Formierung europapolitischer Leitbilder und Strategien der neuen Mitgliedsstaaten und der Beitrittskandidaten.
  • Implikationen der Erweiterung für das politische System der EU, den Haushalt und die Gemeinschaftspolitiken sowie die gesamteuropäische Ordnung.
  • Europäische Nachbarschaftspolitik: Stabilisierung - Kooperation - Integration.
  • Die regionale Ausdifferenzierung zwischen der Union für den Mittelmeerraum und der Östlichen Partnerschaft
  • Die Entwicklung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der EU und den Ländern Ost- und Südosteuropas (Kooperation, Assoziierung etc.).
  • Die Interaktionen von Transformation und EU-Integration in den Bereichen Politik, Verwaltung, Wirtschaft (Beitrittsvorbereitungen und die Heranführungsstrategie der EU)


Aktuelles Forschungsprojekt:

Abgeschlossene Forschungsprojekte:

 

Projektteam:
Prof. Dr. Mathias Jopp
Dr. Katrin Böttger

 

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Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik und Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik

Auf dem Gebiet der europäischen Außenpolitik besitzt das Institut für Europäische Politik eine besondere Expertise. Zusammen mit europäischen Kollegen, Praktikern und Politikern verfolgte es bereits den Auf- und Ausbau der Europäischen Politischen Zusammenarbeit (EPZ) und nachfolgend deren Weiterentwicklung zur Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP). Effizienz und Effektivität, Erfolg und Misserfolg, Leistungsfähigkeit und Schwächen der Koordinierungsbemühungen der Außenministerien der Mitgliedstaaten und der GASP-Akteure in Brüssel werden anhand von Fallstudien zu zentralen GASP-Themen und in Hinsicht auf Vertragsbestimmungen und deren Anwendung in der Praxis untersucht. Reformvorschläge im Rahmen des Europäischen Konvents und der Regierungskonferenz wurden dabei intensiv begleitet, ausgewertet und nach dem Stillstand in der Verfassungsdebatte seit 2005 auf ihre Realisierungschancen hin überprüft. Gegenwärtig gilt dem Vertragstext von Lissabon vom 13.12.2007 und seinen Veränderungen besonderes Augenmerk. Ein wesentliches Ziel der GASP-bezogenen Forschung ist es dabei, diplomatisches Geschehen hinter verschlossenen Türen für die Öffentlichkeit zu erschließen. Dies gilt auch für die inhaltlichen und institutionellen Komponenten der sich seit 1999 dynamisch entwickelnden Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP). Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten werden regelmäßig mit Praktikern in der Studiengruppe „European Foreign Policy Making“ diskutiert und in Zeitschriften, Aufsätzen und Sammelbänden einem interessierten Fachpublikum zugänglich gemacht.

Das Institut beteiligt sich ferner an FORNET, einem seit Januar 2003 bestehenden und von der Europäischen Kommission geförderten Netzwerk von Wissenschaftlern, die sich an Universitäten oder privaten Forschungseinrichtungen in den EU-Mitgliedstaaten und Beitrittsländern mit Fragen der Europäischen Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik beschäftigen. Regelmäßige Treffen, eine eigene Website sowie die Online-Zeitschrift CFSP Forum eröffnen vielfältige Kommunikationsmöglichkeiten (nähere Informationen unter: undefinedhttp://www.fornet.info).

 

Bericht zur aktuellen Tagung: Startet den Datei-Download“ESDP under Review: Achievements and Future Challenges“

Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten werden regelmäßig mit Praktikern in der Studiengruppe „European Foreign Policy Making“ diskutiert.

 

Aktuelle Forschungsprojekte:



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| Letzte Aktualisierung: 08.09.2010